Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich vor ein paar Jahren in meiner Wohnung in Leipzig saß und ein großes Problem hatte: das Internet. Nicht, dass es gar nicht ging – aber es war langsam. Wirklich langsam. Ein Netflix-Film in 4K? Vergiss es. Videokonferenzen? Oft mit eingefrorenen Bildern und roboterhaften Stimmen. Ich wusste: Wenn ich so weiterarbeite, wird das irgendwann zur echten Belastung.

Dann kam die Nachricht: In meiner Straße soll Glasfaser ausgebaut werden. Zuerst dachte ich an die Deutsche Telekom oder Vodafone, aber dann fiel mir auf, dass auch O₂ Glasfaser anbietet – und zwar zu Preisen, die mich überrascht haben. Ab 34,99 € pro Monat für den Home M 100 Tarif. Das klang verlockend, und ich fing an, mich intensiv zu informieren.

Die aktuelle Glasfaser-Situation in Deutschland

Wer in Deutschland lebt, weiß: Glasfaser ist hier immer noch nicht flächendeckend verfügbar. Während in manchen Ländern Glasfaseranschlüsse fast schon Standard sind, hängt Deutschland hinterher. Vor allem in ländlichen Regionen ist oft nur DSL oder Kabelinternet verfügbar.

O₂ ist in diesem Markt ein spannender Player. Sie besitzen kein eigenes flächendeckendes Glasfasernetz, sondern arbeiten mit Partnern wie der Deutschen Telekom oder Unsere Grüne Glasfaser (UGG) zusammen. Das hat für mich als Endnutzer einen Vorteil: Wenn meine Adresse in einem der Netze liegt, kann ich trotzdem über O₂ einen Glasfaservertrag abschließen – und das oft günstiger als direkt beim Netzbetreiber.

Die verschiedenen O₂ Glasfaser-Tarife im Überblick

Ich habe mich damals durch die verschiedenen Tarife gearbeitet. Es gibt vier Hauptvarianten mit 24 Monaten Vertragslaufzeit:

  • Home M 100: bis zu 100 Mbit/s im Download, 50 Mbit/s im Upload – perfekt für Singles oder Paare, die gelegentlich streamen und surfen.
  • Home L 250: bis zu 250 Mbit/s Download – ideal für Familien oder Wohngemeinschaften.
  • Home XL 500: bis zu 500 Mbit/s – für Haushalte mit sehr hohen Ansprüchen, z. B. mehreren Gamern oder Home-Office-Arbeitsplätzen.
  • Home XXL 1000: bis zu 1 Gbit/s – die Königsklasse für alle, die maximale Leistung wollen.

Zusätzlich gibt es Flex-Varianten mit nur einem Monat Mindestlaufzeit, allerdings sind diese teurer und haben eine einmalige Anschlussgebühr.

Was mir damals besonders auffiel: O₂ hatte die Grundpreise gesenkt und die Anschlussgebühren gestrichen. Das war ein starkes Signal.

Für wen welcher Tarif passt

Ich habe viel darüber nachgedacht, welcher Tarif zu welchem Nutzer passt. Hier meine Einschätzung:

  • Singles & Studenten: Der Home M 100 reicht völlig aus. Streaming, Videocalls, Social Media – alles problemlos.
  • Paare & kleine Familien: Home L 250 bietet mehr Puffer, wenn zwei oder drei Personen gleichzeitig Videos streamen oder Online-Games spielen.
  • Große Familien & WGs: Home XL 500 sorgt dafür, dass auch bei mehreren gleichzeitigen 4K-Streams oder Downloads keine Engpässe entstehen.
  • Technik-Enthusiasten & Gamer: Home XXL 1000 ist purer Luxus, aber wer es sich leisten will, bekommt ultraschnelle Downloads und extrem niedrige Latenzen.

Der Technik-Check: FTTC, FTTB und FTTH

Eines musste ich beim Einlesen lernen: Glasfaser ist nicht gleich Glasfaser.

  • FTTC (Fibre to the Curb): Glasfaser geht nur bis zum Verteilerkasten in der Straße, der Rest läuft über Kupfer. Deutlich langsamer als echtes FTTH.
  • FTTB (Fibre to the Building): Glasfaser bis ins Gebäude, dann Kupfer bis in die Wohnung. Meist ausreichend für 250 Mbit/s.
  • FTTH (Fibre to the Home): Glasfaser direkt bis in die Wohnung. Hier sind bis zu 1 Gbit/s möglich.

O₂ bietet je nach Ausbaugebiet unterschiedliche Anbindungen an. Ich hatte Glück: Bei mir wurde FTTH verlegt – ein echter Gamechanger.

Die Preisstruktur und mein Vertragsabschluss

Als ich mich entschied, O₂ zu nehmen, war die Preisstruktur so:

Im ersten Jahr zahlt man weniger (z. B. 29,99 € bei Home M 100), danach steigt der Preis (z. B. auf 39,99 €). Über 24 Monate ergibt sich so ein Durchschnittspreis von 34,99 € pro Monat. Das ist für Glasfaser sehr fair.

Keine Anschlussgebühr, keine Versandkosten – das war für mich das i-Tüpfelchen. Der Vertragsabschluss war online in weniger als 10 Minuten erledigt.

Installation und erster Eindruck

Ein Techniker kam zu mir nach Hause, um den Anschluss zu aktivieren. Die Installation dauerte rund 90 Minuten. Besonders positiv: Er erklärte mir genau, wie der Router funktioniert und wie ich das WLAN optimal einstelle.

Der erste Speedtest? 940 Mbit/s im Download, 940 Mbit/s im Upload. Ich war sprachlos. Plötzlich konnte ich große Dateien in Sekunden hochladen – ideal für meine Arbeit mit Videos.

Mein Alltag mit O₂ Glasfaser

Seitdem hat sich mein Alltag verändert. Ich kann morgens in HD an Meetings teilnehmen, ohne dass mein Bild einfriert. Abends streame ich Serien in 4K, während im Nebenzimmer jemand anderes YouTube schaut – und alles läuft flüssig.

Selbst Online-Gaming mit Servern in den USA läuft ohne störende Lags. Die Ping-Zeiten sind extrem niedrig.

Worauf man achten sollte

Ein paar Dinge habe ich gelernt:

  • Ein guter Router macht einen großen Unterschied. Der von O₂ gelieferte Router ist solide, aber wer maximale Leistung will, kann auf ein High-End-Modell setzen.
  • WLAN-Abdeckung ist nicht gleich Glasfaser-Geschwindigkeit. Wenn das Signal schwach ist, helfen Mesh-Systeme.
  • Bei Flex-Tarifen zahlt man mehr – sie lohnen sich nur, wenn man wirklich flexibel bleiben muss.

Meine Tipps zur Tarifwahl

Bevor ich mich entschied, habe ich Plattformen wie Check24, Verivox und Handyhase genutzt, um die Preise zu vergleichen. Das empfehle ich jedem – so sieht man sofort, ob es gerade besondere Aktionen gibt. Oft findet man dort auch Cashback-Angebote.

O₂ im Vergleich zu anderen Anbietern

Ich habe mir auch Telekom, Vodafone und 1&1 angesehen.

  • Telekom: Super Netz, aber oft teurer.
  • Vodafone: Kabelinternet oft günstiger, aber schwankt bei Auslastung.
  • 1&1: Interessante Aktionen, aber nicht überall Glasfaser verfügbar.

O₂ war bei mir die beste Mischung aus Preis, Leistung und Verfügbarkeit.

Glasfaser und die Zukunft

Ich bin überzeugt: Glasfaser ist nicht nur ein Luxus, sondern wird bald so selbstverständlich sein wie fließendes Wasser. O₂ hat mit den neuen Preisen einen Schritt gemacht, um mehr Leute ins Boot zu holen.

Heute sitze ich abends manchmal auf dem Sofa, streame eine Serie und denke daran, wie ich früher minutenlang auf das Laden einer Seite warten musste. Mit O₂ Glasfaser ist das Geschichte. Und das Beste: Ich zahle dafür weniger, als ich vorher für meinen lahmen DSL-Anschluss gezahlt habe.

Ich weiß, nicht jeder in Deutschland hat schon die Möglichkeit, Glasfaser zu bekommen. Aber wer die Chance hat – und mit den neuen Tarifen ab 34,99 € im Schnitt – sollte ernsthaft darüber nachdenken. Für mich war es eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre.

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