In den letzten Wochen habe ich intensiv die Sony LinkBuds Open ausprobiert. Als jemand, der regelmäßig unterwegs ist, Musik hört, Podcasts verfolgt und dabei nicht komplett von der Umwelt abgeschottet sein möchte, war ich besonders gespannt auf das neue Konzept der offenen Kopfhörer von Sony. Die Idee: Musik hören und gleichzeitig die Umgebung wahrnehmen – und das alles mit einem runden, donutartigen Lautsprechermodul, das mittig ein Loch hat.

Design und Tragekomfort: Anders, aber nicht ohne Tücken

Mein erster Eindruck der LinkBuds Open war sofort: Wow, das sieht wirklich anders aus. Statt eines klassischen Over-Ear- oder In-Ear-Designs setzt Sony auf ein kleines, rundes Lautsprechermodul, das wie ein winziger Donut auf dem Ohr sitzt. Halten tut es durch einen kleinen Gummizipfel, nicht durch einen Bügel oder aufdringliche Ohrstöpsel.

Allerdings zeigt sich hier sofort ein Kompromiss: Die Kopfhörer sitzen nicht immer fest. Gerade bei größeren oder flacheren Ohren kann es passieren, dass sie leicht verrutschen. Wer viel Sport treibt, sollte vorsichtig sein – beim Laufen oder beim Training im Fitnessstudio rutschen sie schnell mal heraus. Auch längeres Hören kann bei manchen Ohrformen leichte Schmerzen verursachen. Für mich persönlich war der Komfort okay, aber ich musste öfter nachjustieren.

Das Design punktet optisch und macht neugierig. In öffentlichen Verkehrsmitteln fallen die LinkBuds Open kaum auf, was ich als Vorteil empfinde. Dennoch merkt man sofort: Hier wurde auf Minimalismus und Offenheit gesetzt, nicht auf maximale Stabilität.

Steuerung: Innovativ, aber gewöhnungsbedürftig

Die Bedienung der LinkBuds Open ist ungewohnt. Es gibt kein klassisches Touchfeld und keine Buttons im herkömmlichen Sinn. Stattdessen funktioniert alles über Tippen auf das Ohr in der Nähe des Kopfhörers. Doppeltes Tippen pausiert die Musik, dreifaches Tippen springt zum nächsten Song. Das funktioniert in der Theorie gut, in der Praxis jedoch etwas unzuverlässig.

Die Integration von Google Assistant bietet eine Sprachsteuerung, die gerade unterwegs praktisch ist. Allerdings kann es in der Öffentlichkeit zu leicht komischen Situationen kommen, wenn man laut Befehle gibt. Für mich war es ein spannendes Experiment, und nach ein paar Tagen hatte ich mich an die Tippsteuerung gewöhnt – auch wenn ein klassisches Touchfeld für mich immer noch intuitiver wäre.

Klangqualität: Mitten und Höhen überzeugen, Bass schwächelt

Sony verspricht durch den 11-mm-Treiber hervorragenden Klang. Tatsächlich sind Mitten und Höhen klar und sauber, Stimmen und akustische Instrumente klingen lebendig. Allerdings leidet der Bass spürbar unter dem offenen Design mit Loch. Tiefe Frequenzen klingen flach und können bei elektronischer Musik oder Hip-Hop enttäuschen.

Wer Wert auf kräftige Bässe legt, wird hier Abstriche machen müssen. Für Podcasts, Jazz, Indie oder klassische Musik funktionieren die Kopfhörer hervorragend. Ich habe besonders beim Arbeiten im Café die Offenheit genossen – Hintergrundgeräusche sind präsent, aber die Musik wird dennoch gut transportiert.

Ein weiterer Punkt, den ich bemerkt habe, ist die Empfindlichkeit der Lautsprechermodule. Man sollte beim Reinigen sehr vorsichtig sein, sonst könnten sie beschädigt werden. Ich empfehle ein weiches Tuch und keine Flüssigkeiten direkt auf die Ohrhörer.

Akku und Ladezeit: Schnell geladen, lange nutzbar

Sony gibt eine Ladezeit von 1,5 Stunden für volle Kapazität an – das habe ich größtenteils bestätigt. Im Alltag hält der Akku etwa einen halben Tag bei durchgehender Nutzung, mit Ladecase kommt man auf über 28 Stunden. Negativ fällt auf, dass kein kabelloses Laden möglich ist. Das USB-C-Laden funktioniert zuverlässig und ist mittlerweile Standard, dennoch ist eine drahtlose Option heutzutage fast ein Muss.

Praktisch fand ich die Funktion, dass man die Ohrhörer zwischendurch kurz ins Case legen kann, um sie schnell aufzuladen. Gerade für Pendler oder Vielreisende ist das ein klarer Vorteil, da man nicht die komplette Ladezeit abwarten muss.

App-Funktionen: Sound Connect als nützliches Tool

Die kostenlose „Sony Sound Connect“-App ist überraschend umfangreich. Man kann unter anderem:

  • Einen parametrischen Equalizer nutzen, inklusive Presets wie „Hell“ oder „Bass Boost“.
  • Die Lautstärke an die Umgebung anpassen.
  • Ein individuelles Klangprofil basierend auf dem eigenen Ohr erstellen.
  • Musik und Anrufe per Google Assistant oder Kopfbewegungen steuern.
  • Funktionen zur Verbesserung der Hörgesundheit aktivieren.

Die App unterstützt bis zu zwei Geräte gleichzeitig, was besonders praktisch ist, wenn man zwischen Smartphone und Tablet wechselt. Für mich war die App ein großer Pluspunkt, da sie die Anpassbarkeit deutlich erhöht.

Ein Highlight ist die Funktion „Anpassung an Umgebung“, die automatisch die Lautstärke je nach Umgebungsgeräusch reguliert. In belebten Straßen oder öffentlichen Verkehrsmitteln ist das ein echter Komfortgewinn.

Nutzungserfahrungen in Deutschland: Alltag, Reisen und Arbeit

In den letzten Wochen habe ich die LinkBuds Open in unterschiedlichen Situationen getestet:

  • Im Café in Berlin-Mitte: Musik hören und trotzdem Gespräche und Durchsagen hören – ideal. Der offene Klang sorgt dafür, dass man nicht völlig isoliert ist.
  • Beim Pendeln in der S-Bahn: Vorteilhaft, da man Verkehrsmeldungen mitbekommt. Allerdings verrutschen die Ohrhörer bei ruckartigen Bewegungen gelegentlich.
  • Im Büro: Perfekt für konzentriertes Arbeiten, ohne sich völlig von Kollegen abzuschotten. Die Tippsteuerung ist hier angenehm, da man Maus oder Tastatur weiterhin bedienen kann.
  • Beim Sport: Nicht optimal, da die Kopfhörer leicht herausfallen können. Wer also viel joggt, sollte eher auf klassische In-Ears oder Over-Ears setzen.

Insgesamt passen sie gut zu urbanem Leben, in dem man Musik genießen, aber aufmerksam bleiben möchte.

Vergleich zu anderen offenen Kopfhörern

Ich habe die LinkBuds Open mit anderen offenen Kopfhörern verglichen, z.B. mit klassischen Bügel-Modellen oder den Nothing Ear Open.

  • Bügel-Kopfhörer: Stabiler, Bass oft kräftiger, aber auffälliger und weniger flexibel in der Bewegung.
  • Nothing Ear Open: Ähnlich offen, aber Sound Connect App von Sony bietet deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten und präzisere Klangprofile.
  • LinkBuds Open: Minimalistisch, innovativ, mit leichter Einschränkung bei Bass und Stabilität.

Für mich persönlich hat Sony hier eine interessante Balance gefunden: Urbanes Design trifft Alltagstauglichkeit, wenn auch mit kleineren Kompromissen.

Kaufempfehlung und Preis-Leistungs-Verhältnis in Deutschland

Ursprünglich lag der UVP bei knapp 200 €, mittlerweile gibt es sie ab etwa 145 € im Handel, teils sogar rund 120 €. Für die gebotene Leistung empfinde ich die Kopfhörer immer noch als hochpreisig. Die Innovation ist beeindruckend, aber das Kompromissdesign und die Bassschwäche rechtfertigen den alten Preis nur teilweise.

Wer die Kopfhörer günstig findet, kann zuschlagen – gerade bei Online-Shops wie Notebooksbilliger.de, MediaMarkt, Saturn oder Plattformen wie Check24, um Handyangebote und Telekommunikationsverträge zu vergleichen. Diese Plattformen sind verlässlich, bieten Preisvergleiche und zeigen aktuelle Angebote inklusive Versand und möglichen Rabatten.

Ich habe selbst mehrere Angebote beobachtet und festgestellt, dass die Preise in Deutschland stark variieren. Besonders bei Aktionen oder saisonalen Sales lassen sich gute Deals ergattern. Wer also geduldig ist, kann hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen.

Persönliche Einschätzung nach mehreren Wochen Nutzung

Die LinkBuds Open sind ein spannendes Produkt, das mutig neue Wege geht. Das Design ist innovativ, die App funktional, die Klangqualität solide, wenn man keine basslastige Musik bevorzugt. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, der Tragekomfort je nach Ohrform unterschiedlich.

Für mich persönlich sind sie perfekt für den Alltag in der Stadt, zum Pendeln oder beim Arbeiten, wenn man Musik hören, aber dennoch die Umwelt wahrnehmen möchte. Für Sportler oder Bass-Liebhaber sind sie weniger geeignet. Preislich würde ich auf Angebote warten, um ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.

Wer sich auf die kleinen Kompromisse einlässt, bekommt ein einzigartiges Hörerlebnis, das klassische In-Ears oder Over-Ears so nicht bieten. Gerade in Deutschland, wo urbane Mobilität, Pendeln und öffentliche Verkehrsmittel zum Alltag gehören, sind die LinkBuds Open praktisch und innovativ zugleich.

Wenn man bereit ist, etwas Geduld in den Preisvergleich zu investieren, bieten die LinkBuds Open ein modernes, offenes Hörerlebnis mit spannenden Funktionen. Persönlich habe ich sie in den letzten Wochen täglich genutzt und schätze besonders die Kombination aus Offenheit, App-Anpassungen und unkomplizierter Nutzung. Wer sich für Innovation und Alltagstauglichkeit interessiert, sollte die Sony LinkBuds Open definitiv einmal ausprobieren.

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